Pforzheim (Stadtkreis)(PF)

Baden-Württemberg

Die Kollmar & Jourdan AG war eines der bedeutendsten Schmuckunternehmen in Deutschland mit internationaler Reichweite. Das Unternehmen, das 1885 gegründet wurde, produzierte bis zu seiner Insolvenz 1978 eine Vielzahl von Schmuckstücken und beschäftigte bis zu 1.700 Mitarbeiter. Die Firma war an den Börsen in Frankfurt und Stuttgart notiert und spielte eine zentrale Rolle in der Pforzheimer Schmuckindustrie.

Geschichte

Gründung

  • 1885: Die Kollmar & Jourdan AG wurde von Emil Kollmar (* 1860, † 1939) und Wilhelm Jourdan (* 1855, † 1925) gegründet. Zu Beginn fertigten sie in Handarbeit vergoldete Nickelketten mit einem kleinen Team von sechs Mitarbeitern.

  • Industrialisierung: Emil Kollmar erkannte die Notwendigkeit der industriellen Fertigung und brachte Maschinen aus den USA nach Pforzheim, die eine effizientere Produktion von Schmuckketten ermöglichten. Dies führte zu einer raschen Expansion des Unternehmens. Bis 1889 beschäftigte die Firma bereits 150 Mitarbeiter.

  • Weltausstellung 1900: Kollmar & Jourdan wurde auf der Weltausstellung in Paris mit einer goldenen Medaille für ihre Produkte ausgezeichnet.

Umwandlung in eine Aktiengesellschaft

  • 1898: Das Unternehmen wurde in eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 600.000 Mark umgewandelt. Die ersten Vorstände waren Emil Kollmar und Wilhelm Jourdan. Wilhelm Jourdan schied jedoch aus Gesundheitsgründen noch im selben Jahr aus, und Emil Kollmar führte das Unternehmen allein weiter.

Aufstieg

  • Expansion: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts expandierte das Unternehmen erheblich und eröffnete mehrere Fabriken:

    • 1900: Neue Fabrik in Mühlhausen an der Würm.
    • 1902: Neubau eines Fabrikgebäudes in der Bleichstraße 81 in Pforzheim im Jugendstil.
    • 1908: Werk in Boxberg im Odenwald.
    • 1912: Werk in Neckarbischofsheim.
  • Mitarbeiter: 1914 beschäftigte das Unternehmen über 1.700 Personen.

Weltwirtschaftskrise und Wiederaufbau

  • 1929-1931: Aufgrund der Weltwirtschaftskrise musste das Unternehmen seine Zweigwerke schließen. Nach dem Tod von Emil Kollmar 1939 übernahmen seine Söhne Max Kollmar und Reinhard Kollmar die Leitung. Sie führten das Unternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg wieder erfolgreich.

Niedergang

Eröffnung des Konkursverfahrens

  • 1977: Die Hardy-Sloman Bank GmbH, Mehrheitsaktionärin des Unternehmens, stellte ihre Kredite fällig, was zu einer Zahlungsunfähigkeit führte. Am 14. September 1977 beantragte Kollmar & Jourdan beim Amtsgericht Pforzheim ein gerichtliches Vergleichsverfahren, um den Konkurs abzuwenden. Am 1. November 1977 wurde das Anschlusskonkursverfahren eröffnet.

Insolvenzgründe

  • Fehlentscheidungen und Überproduktion: Der Insolvenzverwalter Dr. Volker Grub identifizierte als Gründe für die Insolvenz die Vernachlässigung der Schmuckkollektion und eine übermäßige Produktion von weniger rentabler Doublee-Ware. Auch die Verwaltung war für das Unternehmen überdimensioniert.

  • Bankenproblematik: Der Vorstand der Bank war gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender bei Kollmar & Jourdan. Der Bank gelang es, durch Maßnahmen wie Factoring und die Kündigung des Kreditengagements, die Liquidität des Unternehmens zu belasten.

Auflösung des Unternehmens

  • 1978: Das Konkursverfahren führte zur Zerschlagung des Unternehmens. Die Produktion wurde an andere Firmen verkauft: die Edelschmiede Zwickau übernahm die Schmuck- und Uhrbänder-Fertigung, Hampton-Jane Burghardt GmbH die Kettenfertigung und Hema-Optik GmbH die Brillenfertigung.

  • Verkauf des Gebäudes: Der Konkursverwalter verkaufte das Anwesen an die Einrichtungsfirma Schmitt und Charissé für 2,6 Millionen DM. 2004 erwarb die Stadt Pforzheim das Gebäude und nutzte es für das Technische Museum der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie, die Pforzheim Galerie und die Carlo-Schmid-Schule.

Ende des Konkursverfahrens und Reformforderungen

  • 1980: Das Konkursverfahren wurde abgeschlossen, und die nicht bevorrechtigten Gläubiger erhielten eine Quote von 96 Prozent. Der Journalismus und die Stuttgarter Zeitung nutzten den Fall als Beispiel für die Notwendigkeit einer Reform des Konkursrechts. Die neue Insolvenzordnung von 1999 wurde dieser Forderung gerecht, jedoch zu spät für Kollmar & Jourdan.

Weblinks

Newsflash: Pforzheim und Region

Der Drei-Burgen-Weg in Pforzheim ist eine attraktive Wanderung, die Besucher auf eine Reise ins Mittelalter führt und an drei mystischen Burgruinen vorbeiführt. Die fünf Kilometer lange Strecke befindet sich im Pforzheimer Stadtteil Dillweißenstein und bietet eine gemütliche Wanderung durch eine malerische Landschaft.

Burgen auf der Route:

  • Burg Hoheneck: Die mittelalterliche Burg wurde um 1100 erbaut.

  • Burgruine Kräheneck: Diese diente als Wehranlage des Weißensteiner Schlossbergs im 13. oder 14. Jahrhundert.

  • Burgruine Rabeneck: Eine mittelalterliche Niederadelsburg, die heute eine Jugendherberge beherbergt.

Wegbeschreibung und Besonderheiten:

  • Wegbeschaffenheit: Die Wege sind gut begehbar mit asphaltierten sowie Naturwegen und Treppen.

  • Schwierigkeitsgrad: Leicht bis mittel, da einige Abschnitte steil und bei Nässe rutschig sind.

  • Markierung: Hellblaue Burgruine-Wegweiser.

  • Dauer: Ca. 1:40 Stunden.

  • Länge: 5,26 km.

  • Höhenunterschied: Aufstieg und Abstieg jeweils 150 m.

  • Höchster Punkt: 344 m.

  • Tiefster Punkt: 262 m.

Einkehrmöglichkeiten:

  • Goldener Anker: Ein Flößerhaus, das 1722 erbaut wurde.

Sicherheitshinweise:

Der Weg ist gut begehbar. Es gibt einige Treppen und einen kurzen, wenn auch steileren Waldpfad zur Burgruine Kräheneck, der über Stock und Stein führt.

Weitere Infos und Links:

Die Rundwanderung kann an jedem Punkt der Strecke begonnen werden. Die Gehrichtung ist flexibel, da die Beschilderung von beiden Richtungen aus gut erkennbar ist.

Weitere Informationen zu dieser und weiteren Touren gibt es bei der:

Tourist-Information Pforzheim
Schloßberg 15-17, 75175 Pforzheim
Tel: 07231 39-3700
Fax: 07231 39-3707
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
www.stadt-land-enz.de/wandern

Anreise und Parken:

  • Auto: Es gibt einen kleinen Wanderparkplatz in der Nähe des Gasthofes Hoheneck. Das Parken ist dort kostenfrei, allerdings ist es ein kleiner Parkplatz mit ca. 2-3 Stellplätzen.

  • Bus: Mit den Buslinien 42, 741/742 bis zur Haltestelle Hoheneck oder mit der Buslinie 3 bis zum Ludwigsplatz, Pforzheim.

  • Zug: Mit dem Zug bis zum Bahnhof Pforzheim-Weißenstein. Von dort aus sind es ca. 350 m bis man auf den Drei-Burgen-Weg stößt.

Ausrüstung:

Festes und gut eingelaufenes Schuhwerk ist von Vorteil. Sonnen- und Regenschutz sowie etwas zu trinken sollte man ebenfalls dabeihaben. Eine kleine Stärkung findet man in den anliegenden Restaurants und Cafés entlang des Weges.

Weiterlesen: Der Drei-Burgen-Weg

Besucher Statistik

Heute: 106
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